Düsseldorf, [12.12.2024] – NRWalley e.V. und der Bundesverband Deutsche Startups [Startup-Verband] geben heute offiziell bekannt, künftig gemeinsame Wege zu gehen. Bereits im Oktober hatte die Mitgliederversammlung von NRWalley die Neuaufstellung einstimmig beschlossen.
Damit bündeln beide Organisationen ihre Kräfte , um eine bestmögliche Interessenvertretung für Startups und Scaleups in NRW zu gewährleisten und ein erweitertes Startup-Netzwerk in Nordrhein-Westfalen (NRW) und ganz Deutschland zu schaffen. „Wir freuen uns sehr, nun wieder ein Teil des Bundesverbandes zu sein und gemeinsam die Zukunft der Startup-Branche vor allem für NRW weiter zu gestalten,“ erklärt Madeleine Heuts, Vorsitzende des Vorstands von NRWalley. Als nun gemeinsame Stimme setzen sich die Verbände auf Landes- und Bundesebene für einen starken Gründungsstandort Deutschland ein.
Der Startup-Verband baut so seine Präsenz in NRW weiter aus und stärkt sein Netzwerk aus 1.200 Gründer*innen, Investor*innen und Corporates. Neben der politischen Interessenvertretung soll auch der Austausch zwischen Startups und etablierten Unternehmen gefördert werden. „NRWalley hat in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen angestoßen. Gemeinsam mit dem Startup-Verband können wir nun darauf aufbauen und unsere Kräfte bündeln,“ fügt Sven Kristkeitz, Mitglied des Vorstands von NRWalley, hinzu.
NRW bleibt ein zentraler Fokus
In den letzten Jahren hat NRWalley zahlreiche Erfolge für den Startup-Standort NRW erzielt, darunter eine enge Zusammenarbeit mit der NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaurund vor allem wichtige Fortschritte im Bereich der Finanzierungsmöglichkeiten für Startups auf den Weg gebracht: So wurden ein Insolvenz-Rettungsschirm und zusätzliche Förderprogramme über die NRW Bank geschaffen. Auch die Sichtbarkeit von Startups wurde in der Öffentlichkeit gesteigert und der Ausbau von Innovationszentren sowie eine engere Zusammenarbeit mit Hochschulen gefördert. NRW bleibt im Fokus: Als bevölkerungsreichstes Bundesland soll Nordrhein-Westfalen weiterhin als bedeutender Startup-Standort gestärkt werden. Die gebündelten Kräfte der beiden Verbände schaffen hierfür die idealen Bedingungen, um Gründer*innen in NRW gezielt zu unterstützen und wertvolle Synergien zu schaffen, die im deutschlandweiten Kontext wertvoll sind.
“Mit unserer Landesgruppe NRW und den engagierten Landessprechenden Sina Volkmann, Sophia Tran, Robert Brüll, Christian Els und Dr. Timo Marks waren wir in den vergangenen Jahren als Bundesverband bereits in NRW aktiv. Das Zusammengehen beider Organisationen schafft jetzt noch bessere Voraussetzungen für unsere Aktivitäten vor Ort in NRW. Damit gibt es künftig nur noch eine Anlaufstelle für Politik, Medien und Öffentlichkeit in NRW, wenn es um Startup-Themen geht. Eins plus eins macht daher in diesem Fall drei”, sagt Christoph J. Stresing, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutsche Startups.
Der Startup-Verband verfügt in allen 16 Bundesländern über Landesgruppen und hat deutschlandweit mehr als 30 Landessprechende. “Der Brückenschlag von Berlin nach NRW ist uns ein besonderes Anliegen. Wir sehen in NRW noch viel Potenzial für Startups: NRW hat eine der höchsten Hochschuldichte in Europa und ist mit seiner industriellen Prägung und einem starken Mittelstand eine Zukunftsregion”, ergänzt Stresing. Inhaltlich hat der Startup-Verband mit seiner Agenda27 den Handlungsbedarf in und für NRW umrissen.
Über NRWalley
NRWalley e.V. vertritt seit 2020 über 300 Mitglieder, vor allem Early-Stage-Startups, und setzt sich mit Fokus auf Diversität und Inklusion für die Interessen der Gründer*innen gegenüber Politik und Wirtschaft ein. Seit 2023 besteht der Vorstand aus Madeleine Heuts, Sven Kristkeitz und Katharina Hamma.
Über den Bundesverband Deutsche Startups [Startup-Verband]
Der Startup-Verband (Bundesverband Deutsche Startups) ist die Stimme der Startups in Deutschland. Er vertritt ihre Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. In seinem Netzwerk mit 1.200 Mitgliedern schafft der Verband einen Austausch zwischen Startup, Scaleups, Investoren und etablierter Wirtschaft. Ziel des Startup-Verbandes ist es, Deutschland und Europa zu gründungsfreundlicheren Standorten zu machen. Mehr Informationen unter www.startupverband.de
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In diesem Blogartikel habe ich Thomas Rüdel, Gründer und Geschäftsführer von Kauz, zu den Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Linguistik interviewt. Kauz ist ein Startup aus Düsseldorf, welches das Ziel verfolgt, die besten deutschsprachigen Chatbots mit echtem Sprachverständnis zu entwickeln. Solch eine Entwicklung fordert das Arbeiten in einem interdisziplinären Umfeld, d.h. ein Zusammenarbeiten zwischen Linguist:innen, Computerlinguist:innen und Softwareentwickler:innen. Welche Bedeutung dabei den Bereichen KI und Linguistik zukommt, was GPT-3 ist und mit welchen zukünftigen Trends wir rechnen können, erfahrt Ihr im folgenden Interview.
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Thomas, was kann man sich unter dem Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und Linguistik vorstellen?
„Linguistik ist ein Teil der Künstlichen Intelligenz, sogar ein ziemlich wichtiger. Schließlich gilt die Fähigkeit des Menschen, sich über Sachverhalte sprachlich zu verständigen und mit Hilfe von Sprache Neues zu lernen, als eine der höchsten Formen von Intelligenz. Bilder erkennen können auch viele Tiere ganz gut.“
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Welche linguistischen Technologien sind aktuell im Trend?

„Seit der Publikation von GPT-3 sind sogenannte Transformer stark im Trend. GPT-3 wurde von Open AI entwickelt, eine Stiftung, die u.a. von Elon Musk und Microsoft finanziert wird. Es kann verblüffend gute Texte schreiben, die Software ist aber auch sehr flexibel und kann z.B. auch Fragen beantworten oder die Stimmung eines Menschen erkennen (Sentimenterkennung). Man kann sie mit wenigen Erklärungen und Beispielen auf eine neue Aufgabe einstellen. Das nennt man „few-shot-learning“ und es kann den Eindruck erwecken, dass dahinter tatsächlich intelligentes Verhalten steckt. Am Ende ist es aber „nur“ statistisches Wissen, das aus dem Internet gelernt wurde. Bei Kauz haben wir GPT-3 in einen Horoskop-Bot integriert, da kann sich jeder selbst ein Bild über einen Teil der Fähigkeiten verschaffen. Für den Einsatz in Unternehmen, z.B. für Chatbots im Kundenservice, ist es aber wahrscheinlich noch nicht geeignet. Aber wir experimentieren auch in der Richtung.“
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Für wen sind linguistische Technologien spannend?
„Für jeden, der sich mit KI auseinandersetzt und diese praktisch einsetzen will, z.B. im Kunden- oder Mitarbeiterservice. Linguistische Ansätze haben gegenüber dem reinen Machine-Learning mehrere Vorteile:
1. es ist nachvollziehbar, wie eine Antwort zustande kommt – das nennt man ‚explainable Ai‘
2. man vermeidet einen inhärenten Bias, weil man nicht viel Trainingsdaten braucht und sich diese selbst zusammenstellen kann
3. das Wissen ist wiederverwendbar, man muss nicht jedes Mal von vorne beginnen
4. die Ergebnisse sind in der Regel, zumindest im normalen Unternehmenseinsatz mit begrenzten Datenmengen einfach besser:“
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Was können wir von einem Startup wie KAUZ, dass sich mit linguistischer Technologie beschäftigt in Zukunft erwarten?

„Wir bauen das Wissen unserer Software ständig aus, sodass man neue Bots immer schneller und mit immer höherer Qualität aus vorgefertigten Komponenten erstellen kann. Außerdem experimentieren wir mit den neuesten Techniken des Deep Learning, siehe unseren Einsatz von GPT-3. Nicht zuletzt machen wir auch die Suche in unternehmensinternen Datenbanken immer besser. Das nennen wir ,Chat-&-Search‘ und es hilft Unternehmen, mit geringem Aufwand, ihr bereits vorhandenes und dokumentiertes Wissen für die Mitarbeitenden besser nutzbar zu machen.“
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Wenn Ihr noch mehr über das Thema GPT-3 wissen wollt, dann schaut gerne in den Artikel „GPT-3: Ein Durchbruch in Richtung allgemeiner KI?“ rein.
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Bei der Gründung eines Startups kommen vielen neue Herausforderungen auf Gründer:innen zu – unter anderem die Fragen nach der Sozialversicherung. Wie versichert man sich und seine Mitarbeitenden am besten? Wie wirkt sich das auf den Businessplan aus? Worauf muss man achten und wie können Startups in dem Prozess unterstützt werden?
Die Techniker Krankenkasse (TK) ist Gesundheits- und Kooperationspartner von NRWalley und hilft Gründer:innen beim Beantworten dieser Fragen. In dem Artikel erfahrt Ihr mehr über die Angebote, die Arbeitsweise und die Vorteile der TK für Gründer:innen. Hierfür habe ich Timo Reineke, Projektleiter im Bereich Startup Ruhrgebiet bei der Techniker Krankenkasse, interviewt. Timo, der auch selbst schon ein Unternehmen gegründet hat, kann Startups sowohl aus Gründer- als auch aus Beraterperspektive informieren und unterstützen. Wir haben darüber gesprochen, wie sich die TK im NRW-Startup-Ökosystem positioniert, wie die konkreten Angebote für Gründer:innen aussehen und was dies für die verschiedenen Gründungsphasen bedeutet. Aber lest selbst!
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Timo, die Techniker Krankenkasse wird im NRW-Startup-Ökosystem immer aktiver. Wie positioniert Ihr Euch in diesem Umfeld?
„Vorab ist wichtig zu wissen, dass die Techniker Krankenkasse keine Versicherung, sondern eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung ist, d.h. sie ist von der Struktur her wie eine Stadt und somit nicht privatisierend denkend und wirtschaftend. Ihr Fokus liegt nicht so stark auf dem Neukundenwachstum – wir erklären alles, egal ob Kunde oder nicht, weil wir davon überzeugt sind, dass wir einen guten Job machen und die (potenziellen) Gründer:innen danach hoffentlich Lust haben, sich mehr mit der TK auseinanderzusetzen und dadurch auch Mitglied werden möchten. Wir wollen keinen Druck aufbauen, sondern gehen immer in Vorleistung, was das angeht, gerade im Startup-Ökosystem.
2017 hat die TK angefangen, sich mit dem Startup-Ökosystem zu beschäftigen. Dabei haben wir gemerkt, dass viele Startups Bedarf haben für einen Ansprechpartner zu Themen wie Sozialversicherung und Gesundheit. Viele sind unsicher, wie sie richtig mit dem Thema Sozialversicherung umgehen sollen – zum einen in Bezug auf sich selbst, also in der eigentlichen Gründungsphase, aber auch wenn sie die ersten Mitarbeitenden einstellen. Später kommt noch hinzu, wie gesundheitsorientierte Prozesse optimiert werden können.

Mit diesem Wissen haben wir 2018 angefangen, unsere Präsenz im NRW-Startup-Ökosystem aufzubauen. Wir haben angefangen, uns auf Veranstaltungen zu positionieren, immer mit dem Anspruch, als Gesundheitspartner aufzutreten und unser Know-how weiterzugeben sowie unser Wissen in Form von Workshops und Impuls-Vorträgen greifbarer zu machen. Wir wollen dabei sowohl bei kleineren Formaten wie bei der ProtoBühne in Oberhausen, aber auch bei größeren Formaten wie bei dem Ruhr Summit in Bochum vertreten sein. Die breitflächige Präsenz gibt uns die Chance, in ganz NRW als unterstützendes Element Teil des Startup-Ökosystems zu sein. Wir betreiben dabei sowohl eigene Eventreihen für Startups, sind aber auch Teil von bereits bestehenden Veranstaltungen, z.B. bei der Gründerwoche Deutschland.“
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Und wie genau sehen die Angebote für Startups aus?
„In der Gründungsphase unterstützen wir Startups durch Vorträge zu allgemeinen Informationen und durch persönliche Beratungen. Vor allem mit Themen rund um die Sozialversicherung kann man sich sehr lange beschäftigen uns es kommen schnell viele Fragezeichen auf, zu Fragen wie:

Das ist zeitraubend, langweilig, aber eine extrem wichtige Grundlage, auch damit man nachher im Rahmen der Vertriebsprüfung keine Probleme bekommt. Es ist deshalb ratsam, sich frühzeitig mit uns zusammensetzen und sich damit auseinanderzusetzen, wie die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert.“
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Die relevanten Aspekte rund um das Thema Sozialversicherung verändern sich für Gründer:innen mit wachsender Marktgröße. Kannst Du dazu mehr erzählen?
„In der Wachstumsphase, aber auch schon in der Gründungsphase, wird es wichtig zu wissen, wenn es um die Einstellung von Mitarbeitenden geht, dass man immer 20 Prozent vom Bruttogehalt zusätzlich an Nebenkosten einkalkulieren muss, damit man im Businessplan keine Fehler macht. Dabei können wir Antworten auf Fragen bieten wie:
Bei der Beschäftigung eines Werkstudenten beispielsweise bestehen diese Lohnnebenkosten nicht, d.h. es werden 20 Prozent der Ausgaben eingespart – ungeachtet der Tatsache, dass der Werkstudent vielleicht viel besser in das Team passt als normale Vollzeitangestellte.“
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Und welche Rolle spielt dabei das Thema Gesundheit?

„Bei dem Thema Gesundheit bieten wir jetzt in der Corona-Zeit digitale Gesundheitstage an. Dazu gehören: Schlafanalysen, die Messung der Tagesschläfrigkeit, Haltungsdiagnostiken, die Ergonomie am Arbeitsplatz im Homeoffice und gemeinsame Entspannungs- und Bewegungsübungen.
Das sind auch Themen, die wir in Co-Working-Spaces platzieren, egal ob das eine Einzelunternehmer:in oder ein Team eines etwas größeren Startups ist, das spielt keine Rollen. Jeder, der in der Co-Working-Community ist, kann daran kostenfrei teilnehmen.“
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Welche Punkte sind noch wichtig, wenn ein Startup weiter wächst?
„Ein Unternehmen kommt ab einer gewissen Größe normalerweise nicht mehr drum herum, eine Hierarchie-Ebene einzuführen. Dafür haben wir ein Programm entwickelt, welches sich „gesunde Führung“ nennt. Dieses wird bedarfsorientiert an das Unternehmen angepasst. Wenn beispielsweise die Führungskräfte Remote führen müssen, gerade jetzt, wo viel Homeoffice stattfindet, haben wir dafür Trainer, die darauf spezialisiert sind. Wir können diese vermitteln und passgenaue Trainings konzipieren, beispielsweise für gesundes Führen auf Distanz. Wenn in der Führungsebene nicht gewisse Werte vorgelebt werden, dann ist es schwierig, diese im ganzen Team zu erleben.
Ein weiteres wichtiges Thema, vor allem in der heutigen digitalen Zeit, die durch Remotes Arbeiten geprägt ist, ist die internationale Beschäftigung. Hier stellen sich Fragen wie:

Die TK hat alle relevanten Unterlagen auch auf Englisch. Wir haben zudem auch kleine Filme gedreht, wo erklärt wird, wie die Krankenversicherungskarte richtig genutzt wird. Mit der Verfügbarkeit der passenden Dokumente können Startups Zeit einsparen und haben vor allem die Sicherheit, vernünftige Informationen zu erhalten. Ein weiterer Punkt, der damit einhergeht, ist das Thema Diversität am Arbeitsplatz. Hier unterstützen wir in Form von Workshops und Online-Sessions, dabei geht es um die Wertekultur, um Vielfalt im Unternehmen und um interkulturelle Kompetenzen.“
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Darüber hinaus bietet die TK für Startups Seminare zu den Themen Arbeitsrecht, Steuern und Pressearbeit an.
Wenn Ihr nun als Startup Interesse habt, mehr von unserem Gesundheitspartner, der Techniker Krankenkasse, zu erfahren bzw. ihre Angebote in Anspruch nehmen wollt, dann nehmt unter: [email protected] Kontakt auf. Das Team vermittelt Euch dann eine persönliche Ansprechpartner:in in eurer Nähe.
Wenn ihr eine Innovation im Bereich Gesundheit entwickelt, könnt Ihr zudem zur Kontaktaufnahme das TK-Innovationsportal für Startups nutzen.
]]>Das Vergaberecht regelt die Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Unternehmen. Zu den wichtigsten Grundprinzipien zählen Transparenz, Diskriminierungsfreiheit und Gleichbehandlung. Letztlich soll der bestmögliche Umgang der öffentlichen Hand mit öffentlichen Geldern erreicht werden („best value for taxpayers money“). Zudem lassen sich aus dem ab einem bestimmten Vergabevolumen anwendbaren Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) weitere Prinzipien für das Vergaberecht ableiten. Dazu gehört die Wettbewerbsförderung, nach der jedes Unternehmen eine Chance erhalten soll. Diese Chancengleichheit gilt nicht nur national, sondern auch grenzüberschreitend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsregion Europa sicherzustellen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Schutz des Mittelstands und kleiner Unternehmen. Zu deren Schutz besteht die Pflicht zur Losaufteilung. Dabei muss geprüft werden, wenn eine bestimmte Leistung beschaffen werden soll, ob sich diese Leistung in Lose zerlegen lässt – sowohl in Fach- als auch in Mengenlose – und wenn dies möglich ist, dann muss dies auch erfolgen. Zudem gibt es eine Begründungspflicht für die Gesamtvergabe oder bestimmte Losgrößen. Neben den Prinzipien des Vergaberechts ist es essenziell zu verstehen, wann das nationale Vergaberecht und wann das EU-Vergaberecht gilt.
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Ob nationales oder EU-Vergaberecht gilt wird anhand von gewissen Schwellenwerten bestimmt. Europa reguliert das Vergaberecht oberhalb der Schwellenwerte, alles unterhalb unterliegt dem Haushaltsrecht von Bund, Ländern und Kommunen. Die Schwellenwerte werden von Europa vorgegeben. Oberhalb dieser Schwellenwerte werden sämtliche Vergaben gezählt, die EU-Relevanz haben. Unterhalb des Schwellenwerts wird aufgrund des Auftragsvolumens grundsätzlich unterstellt, dass kein grenzüberschreitendes Interesse an der Vergabe besteht. Hier haben die nationalen Gesetzgeber die Freiheit, das Vergaberecht zu regeln.
Übersicht zu den Schwellenwerten
| Bauaufträge | Lieferaufträge | Dienstleistungsaufträge | Konzessionen | |
| Öffentliche Auftraggeber | € 5.350.000 | € 214.000 | € 214.000 | € 5.350.0 |
| Sektorenauftraggeber: Wasser, Strom, Gas, Wärme, Verkehr | € 5.350.000 | € 428.000 | € 428.000 | € 5.350.000 |
| Oberste bzw. obere Bundesbehörde bzw. vergleichbare Bundeseinrichtungen | € 5.350.000 | € 139.000 | € 139.000 | € 5.350.000 |
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Je nachdem, ob es sich um nationales oder EU-Recht handelt, werden unterschiedliche Verfahrensbezeichnungen genutzt. Die begrifflichen Differenzen bestehen, sodass direkt ersichtlich wird, ob es sich um ein Vergaberecht oberhalb oder unterhalb des Schwellenwertes handelt.
| Nationales Recht | Europa-Recht |
| öffentlich Ausschreibung | offenes Verfahren |
| Beschränkte Ausschreibung | nichtoffenes Verfahren |
| Verhandlungsvergabe | Verhandlungsverfahren |
An dieser Stelle schauen wir uns die drei aufgeführten Verfahrensarten etwas genauer an und beginnen dafür mit dem offenen Verfahren bzw. mit der öffentlichen Ausschreibung. Hierbei kommt es zuerst zu einer Bekanntmachung der Ausschreibung. Eine unbeschränkte Anzahl an Unternehmen wird dabei aufgefordert, ein Angebot zu unterbreiten, welches im Anschluss geprüft und bewertet wird. Nach der Bewertung wird der Zuschlag vergeben.
Bei den nichtoffenen Verfahren bzw. bei den beschränkten Ausschreibungen findet ein vorgeschalteter Teilnahmewettbewerb statt, bei dem die Teilnehmenden auf ihre Eignung geprüft werden. Nur die geeigneten Unternehmen werden im Folgenden zur Angebotsabgabe aufgefordert. Ein Angebot wird dementsprechend nur von einer beschränkten Anzahl von geeigneten Unternehmen angefordert. Der weitere Verlauf ist identisch mit dem des offenen Verfahrens bzw. der öffentlichen Ausschreibung.
Nun kommen wir noch zu einem Ausnahmefall, nämlich dem Verhandlungsverfahren bzw. der Verhandlungsvergabe. Hier findet ebenso ein vorgeschalteter Teilnahmewettbewerb statt, bei dem die Teilnehmenden auf ihre Eignung geprüft werden. Nach der Angebotsaufforderung und -abgabe gibt es zudem noch eine Verhandlungsphase, in der die Möglichkeit besteht, dass Auftraggebende und Auftragnehmende nochmal miteinander ins Gespräch kommen, um beispielsweise zu klären, wie das Angebot gemeint ist, ob es noch Unklarheiten gibt, ob kleinere Klarstellungen an den Ausschreibungsunterlagen erfolgen sollen usw. Darauf folgt dann ein zweites Angebot und erst danach wird ein Zuschlag erhalten.
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Die Eignung ist einer der essenziellsten Aspekte, um an dem Auswahlprozesses teilzunehmen. Wenn Ihr als Startup möglicherweise nicht allen Anforderungen nachkommen könnt, die nach den Ausschreibungsbedingungen an die Teilnehmenden gestellt werden, besteht die Möglichkeit, eine sogenannte „Eignungsleihe“ in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass die Auftraggeber:in zwar die Eignung prüft, ein Startup aber sagen kann, dass es in einem gewissen Bereich, in dem die eigene Eignung gegebenenfalls nicht reicht (technisch, wirtschaftlich, etc.), sich die Eignung von einem Dritten „leiht“. Der Dritte tritt dann dafür ein, dass für die Zeit der Auftragsausführung das Startup gegebenenfalls auf die Ressourcen des Dritten zurückgreifen kann. Da der Auftraggebende über den Zeitraum der Auftragsdurchführung abgesichert ist, wird die Eignungsleihe der eigenen Eignung gleichgestellt.
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Nach einer erfolgreichen Eignungsprüfung stellt sich die Frage, wie konkret die Prüfung eines Angebots abläuft. Hierfür werden vier Wertungsstufen genutzt, die nun vorgestellt werden. Vorab lässt sich noch sagen, dass bei den ersten drei Stufen die Angebote einzeln geprüft werden und erst auf der vierten Stufe ein Vergleich hinsichtlich des wirtschaftlichsten Angebots erfolgt. In der ersten Wertungsstufe muss die öffentliche Hand prüfen, ob formelle oder inhaltliche Ausschlussgründe in rechnerischer, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht bestehen. In der zweiten Wertungsstufe erfolgt die Eignungsprüfung der Bietenden und im Anschluss wird in einer dritten Wertungsstufe die Auskömmlichkeit der Angebote geprüft. Bei der letzten Wertungsstufe wird das wirtschaftlichste Angebot ermittelt. Hinsichtlich der Zuschlagskriterien lässt sich noch sagen, dass nicht nur der Angebotspreis im Fokus steht, sondern auch die qualitativen, umweltbezogenen oder sozialen Aspekte berücksichtigt werden können. Hierbei spielen zudem politische Zielsetzungen und internationale Standards sowie die Unternehmensverantwortung eine Rolle.
Zum Schluss erfahrt ihr noch etwas zu den Themen Angebotsfrist und Auftragsänderungen. Wenn es um die Angebotsfrist geht, so muss seitens der öffentlichen Hand diese so gewählt werden, dass es einen fairen Wettbewerb gibt, d.h. die Fristen müssen ausreichend lang sein. Wenn zusätzliche Informationen vor Ablauf der Angebotsfrist nachgereicht werden oder die Auftraggeber:in Änderungen an den Vergabeunterlagen vornimmt, besteht beispielsweise das Gebot einer angemessenen Fristverlängerung. Wie lange diese Fristverlängerung letztlich ist, hängt auch davon ab, wie erfahren die an der Ausschreibung Teilnehmenden sind. Wenn z.B. viele Startups dabei sind, die im Vergabeverfahren noch nicht so erfahren sind, dann müssen die Fristen entsprechend ausreichend verlängert werden. Bei wesentlichen Auftragsänderungen reicht eine Fristverlängerung nicht aus. Hier gilt die Regelung, dass gegebenenfalls eine Neuausschreibung des Vergabeverfahrens stattfinden muss, da nicht ausgeschlossen ist, dass sich andere Teilnehmer:innen nun ebenfalls für die Ausschreibung interessieren. Wesentlich sind dabei die Änderungen, die dazu führen, dass sich der Auftrag erheblich von dem ursprünglich vergebenen Auftrag unterscheidet.
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Was machen Startups am häufigsten falsch?
Häufig, wenn man unerfahren im Vergaberecht ist, begeht man schnell formelle Fehler, da die Vorgaben sehr strikt sind, passiert es hierbei schnell, dass man dadurch aus dem Verfahren rausfliegt.
Wo findet man Ausschreibungen?
Alle Ausschreibungen oberhalb der Schwellengrenze kann man beim EU-Amtsblatt finden. Man kann sich dort registrieren und auch entsprechend filtern.
Welche staatlichen Hilfen gibt es zum Thema Vergaberecht?
Hilfreiche Unterlagen kann man auf der Seite des Wirtschaftsministeriums finden. Es gibt zudem von einigen Landesministerien gute Unterlagen, aber auch über Verbände, z.B. in den Bereichen Verkehr, Elektrizität usw. findet man branchenspezifische Unterlagen. Außerdem gibt es gute Bücher, unter anderem auch von Oliver Wittig dazu.
Wenn eine Vergabe aufgehoben wird und später nochmal neu ausgeschrieben wird – kann man dagegen vorgehen?
Es gibt bestimmte Gründe, durch die ein Verfahren aufgehoben werden kann, wenn diese Gründe vorliegen, ist die Aufhebung rechtmäßig. Wenn die Gründe nicht vorliegen, dann ist die Aufhebung rechtswidrig und wenn das Verfahren dann erneut ausgeschrieben wird und man in der ersten Phase vorne lag, kann man Schadensersatz fordern.
]]>Was haben ein Finanzservice für Frauen, ein Gerät gegen Haarausfall, 3D-Drucktechnologie und eine Plattform für Rechtsansprüche gemeinsam? Alle Geschäftsmodelle und die Gründer:innen waren Teil unserer digitalen Jubiläumsausgabe von „Startups Meet Investors“ am 04. März 2021.
Wer steckt eigentlich hinter solchen brillanten Ideen? Natürlich die kreativen Köpfe der Startups! Doch so eine innovative, weltverändernde Idee eines Startups lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen. Häufig scheitert die Umsetzung und Weiterentwicklung der Geschäftsidee an der nötigen finanziellen Unterstützung.
Genau an dieser Stelle setzen wir gemeinsam an! Die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaftsförderung Düsseldorf, NRWalley und EY wurde bereits 2016 begründet, und seither bringen wir bei unserem Matchmaking Event wachstumsstarke Startups mit Top Investor:innen zusammen.
Bei unserem 10. Jubiläum hatten vier Startups die Gelegenheit, vor ausgewählten Kapitalgeber:innen ihre Geschäftsmodelle zu präsentieren:
– Financery aus Düsseldorf, Geschäftsführerin: Maria Mann
Financery ist ein digitaler Finanzservice vornehmlich für Frauen, der in nachhaltige Exchange Traded Funds, sogenannte ETFs investiert.
– Mane Biotech aus Köln, Geschäftsführer: Carlos A. Chacón-Martínez & Samuel Jellard
Mane Biotech hat eine Lösung entwickelt, um mit Hilfe regenerativer Medizin Haarausfall zu bekämpfen.
– Chromatic 3D Materials aus Selfkant, Geschäftsführerin: Cora Leibig
Chromatic 3D Materials stellt im 3D Druck Verfahren langlebige High-Performance-Kunststoffteile her.
– helpcheck aus Düsseldorf, Geschäftsführer: Phil Sokowicz
helpcheck ist die führende Legal Tech Plattform, die es Konsument:innen ermöglicht, online ihre Rechtsansprüche durchzusetzen.
Das Event ist jedes Mal aufs Neue ein Highlight für alle Startups, die auf der Suche nach Kapital sind. Immer wieder treffen wir auf spannende Geschäftsmodelle und treiben die Vernetzung von Gründer:innen und Kapitalgeber:innen voran.
Startups aus den unterschiedlichsten Branchen, wie zum Beispiel Connectivity, HealthTech, FinTech, Frontier Tech & Big Data, Industrie 4.0 oder Transport & Logistik können sich für die Teilnahme bewerben. Hierbei sollten Sie bereits ein marktreifes Produkt sowie eine erste Finanzierung vorliegen haben.
Hier einige Eindrücke aus unserem Jubiläum:
Chromatic 3D Materials GmbH – Barthel Engendahl
“Das 10. Jubiläum von Startups Meet Investors war für Chromatic 3D Materials der erste Einstieg zum deutschen Investoren Netzwerk. Wir haben das Format sehr geschätzt, da die Anzahl der pitchenden Startups stark beschränkt wurde. Ein solches Event lebt von der Auswahl interessanter Startups und Investoren. Beides ist den Organisatoren sehr gut gelungen.”
helpcheck GmbH – Phil Sokowicz
„Es hat uns sehr gefreut, Teil der virtuellen Startups Meet Investors Veranstaltung sein zu dürfen und die Möglichkeit gehabt zu haben, unser Geschäftsmodell vor einem hochkarätigen Publikum vorzustellen. Die durchweg perfekte Organisation und Moderation hat zu einem gelungenen Abend beigetragen.“

Hier noch ein kurzes Video zu einer unserer vergangenen Veranstaltungen. Pandemiebedingt führen wir unsere Startups Meet Investors Veranstaltungen seit 2020 als erfolgreiches Online-Pitch-Event durch.
Ihr möchtet auch euer Geschäftsmodell vor Investoren pitchen? Bereits am 09. Juni 2021 findet unsere nächste Veranstaltung im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf statt. Watch out for more!
]]>Um chronologisch zu starten, wollen wir Euch einen kurzen Einblick in unsere Gründungsvergangenheit gewähren. An dem historischen Datum, dem 20.02.2020, wurde NRWalley als Verein offiziell eingetragen. Gefunden hat sich unser NRWalley-Team allerdings schon etwas früher als Landesgruppe des Bundesverbands Deutsche Startups e.V, mit dem wir auch heute noch im Rahmen der Startup-Betreuung und Rückkopplung politischer Forderungen auf Bundesebene kooperativ zusammenarbeiten. Was wir nun konkret machen und welche Motivation uns antreibt, erfahrt Ihr im folgenden Abschnitt.
„NRWalley ist die neutrale Anlaufstelle für Startups und innovative Gründer:innen in NRW und setzt sich für bessere Gründungsbedingungen ein“ so beschreibt unser Vorsitzender Torsten Jensen den Verband. Wir von NRWalley verstehen uns als Sprachrohr für Startups in Nordrhein-Westfalen. Unser Ziel ist es, Startups über den kompletten Prozess hinweg erfolgreich zu unterstützen und in NRW eine stärkere Startup-Mentalität, eine neue Gründerzeit und eine Kultur der Selbstständigkeit hervorzubringen.
Wir finden, das innovative Unternehmensideen unterstützt werden müssen und das wollen wir durch Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Lobbyismus bei lokalen Politiker:innen und durch die Unterstützung beim Aufbau und der Pflege von Partnerschaften erreichen. Als zentraler Knotenpunkt vertreten wir somit die Interessen des gesamten Ökosystems gegenüber der Gesetzgebung, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung und Öffentlichkeit. Dabei haben wir den Anspruch, alle Regionen in NRW miteinander zu verknüpfen. Um auf lokaler Ebene entsprechend Handeln zu können, haben wir für die Regionen in Bonn, Köln, Düsseldorf, Aachen, Münster, im Ruhrgebiet, am Niederrhein und in Ostwestfalen-Lippe konkrete Ansprechpartner:innen. Die Regionalvertretungen im Bergischen Land und Südwestfalen befinden sich zudem im Aufbau.

Als erste Ansprechpartner:innen für Startups und Presse sind unsere NRWalley-Regionalvertreter:innen im ganzen Bundesland verteilt. Sie kennen die Besonderheiten der lokalen Ökosysteme sowie die wichtigsten Akteur:innen und können Euch dadurch zielgerichtet unterstützen. Ihnen stehen der geschäftsführende Vorstand Torsten Jensen, Dr. Markus Gick und Felicia Kufferath vor. Erwähnenswert ist zudem, dass unser Verein über Büros in Köln und Düsseldorf (Hauptgeschäftsstelle) verfügt. Unsere Arbeit erfolgt sowohl in regionalen als auch in thematischen Gruppen. Dabei erarbeiten wir politische Forderungen für bessere Gründungsbedingungen, welche der Verein gegenüber Gesetzgebung, Verwaltung, Wissenschaft, Forschung und Öffentlichkeit vertritt.
Zu unseren thematischen Schwerpunkten zählen die Themen Internationalisierung, Horizon Topics & Technologies, Research, NRWenture, NRWomen, Klimawandel & Nachhaltigkeit sowie die Bereiche Social Entrepreneurship und Students Entrepreneurship. Was sich dahinter versteckt, soll im Folgenden etwas klarer werden:

Das Thema Internationalisierung spielt bei NRWalley eine zentrale Rolle. Wir unterstützten NRW Startups, die international tätig werden möchten, aber auch Startups aus dem Ausland, die Partner:innen in NRW suchen. Länderschwerpunkte sind aktuell Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich, China und der russische Raum.
Im Bereich Horizon Topics & Technologies informieren wir Euch über die Themen Smart City, Circular Economy und Industrie 4.0 sowie über Inhalte zu den Technologien Virtual/Augmented Reality, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und 5G.

Unserer Fachgruppe Research erstellt Studien über das Gründungsökosystem in NRW. Die Studien werden über eine wissenschaftliche Ebene mit einer guten Datengrundlage aufzeigen, wie bessere Gründungsbedingungen geschaffen werden können.
Mit den Eigenmarken NRWenture und NRWomen setzen wir uns für bessere Finanzierungsoptionen für Startups ein und unterstützten Gründer:innen dabei, ihre Startups im Markt zu positionieren.

Zudem möchten wir mit den Bereichen Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie Social Entrepreneurship ein Zeichen für nachhaltige Gründungen setzen. Dabei adressieren wir Themen, die das Leben der Menschheit nachhaltig verändern werden.
Damit all diese Themen auch zukünftige Gründer:innen erreichen, haben wir mit Students Entrepreneurship einen Bereich geschaffen, der die Startup-Kultur an den Hochschulen in NRW vorantreiben soll.
So viel zu unseren vielfältigen Themen, nun aber noch ein paar mehr News zu dem Launch unserer neuen Website.
Neben den Inhalten zu unseren thematischen und regionalen Themen findet Ihr eine Vielzahl an Informationen zum NRW-Ökosystem. Wir haben unter anderem eine interaktive NRWalley-Ökosystem-Map erstellt, auf der Ihr eine Menge weitere Ansprechpartner:innen in Eurer Region findet. Dazu zählen Coworking-Spaces, Inkubatoren, Accelerators und weitere Anlaufstellen, die für Euch spannend sind.

Ihr erfahrt auf unserer Seite auch mehr über unser Netzwerk, zu dem mittlerweile rund 170 Startups aus 10 Regionen zählen sowie unsere Gründungsförderer: R+V, EY, DENIOS AG, PirateX, Remagine Ventures, NRW.Bank, Startport, WSS Redpoint, Coroplast, Techniker Krankenkasse, Bundesverband Deutsche Startups, Saatchi & Saatchi, ebm-papst neo und Ströer. Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partner:innen das Startup-Ökosystem voranzutreiben, es zu stärken, bessere Gründungsvoraussetzungen zu schaffen und den Standort NRW noch innovativer und inspirierender zu gestalten.
Wenn Ihr nicht schon Teil des NRWalley-Ökosystems seid, dann werdet jetzt hier Mitglied. Die Mitgliedschaft für Startups ist kostenlos. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Förder– oder Netzwerkmitgliedschaft.
]]>In einer Welt voller Umbrüchen, Veränderungen, Krisen und gesellschaftlichen Herausforderungen schauen sie nicht nur hin, sondern verändern etwas: Sozialunternehmer:innen. Social Entrepreneurship gewinnt aktuell an gesellschaftlicher Bedeutung und will mit kreativen und innovativen Ideen sowie mit unternehmerischem Denken einen sozialen Mehrwert schaffen. Doch wie finanziert man am besten ein Social Business?
Die Finanzierungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig und reichen vom Eigenkapital und der Unterstützung aus dem Umfeld über Stiftungsförderung, Crowdfunding, staatliche Fördermittel bis hin zu Bankdarlehen. Wie das in Zahlen aussieht verrät uns der Deutsche Social Entrepreneurship Monitor 2019 (DSEM). Laut den Befragungen des DSEM nutzten ca. 73 % der Sozialunternehmer:innen eigene Ersparnisse und ein Viertel greift auf die finanzielle Unterstützung durch Familie und Freund:innen zurück, um Startkapital aufzubringen. Nur knapp 23 % konnten staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen. Dies kann unter anderem daran liegen, dass öffentliche Finanzierungsinstrumente sich meist entweder auf klassische Startups oder auf gemeinnützige Organisationen fokussieren, selten jedoch auf die Hybridform des Sozialunternehmens. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten wie Stiftungsförderungen (16,5%) oder Bankdarlehen (11,8%) wurden eher selten genannt.

Hier wollen wir ansetzen und aufzeigen, wie beispielsweise der Kreditmarkt als Finanzierungsquelle für Social Entrepreneur:innen am besten genutzt werden kann. Es gibt einige Kriterien, die für die Beantragung eines Förderkredits sprechen. Als Erstes möchten wir die relativ lange Laufzeit erwähnen, d.h. Eure eigene Liquidität wird geschont. Es besteht zudem eine lange Zinsbindungsfrist, somit habt Ihr eine gewisse Planungssicherheit. Weitere Vorteile sind die günstigen Kreditkonditionen, die Tilgungsfreijahre und die Möglichkeit der Kombination verschiedener Förderkredite.
Passend zu dem Thema hat die NRW.BANK in Kooperation mit der Regionalvertretung NRW des SEND e.V. ein Webinar mit dem Titel „Sozialunternehmen – Der Weg zum Kredit“ veranstaltet. Hier ging es insbesondere um die Kreditfinanzierung für Sozialunternehmen aus Sicht einer Bank sowie um konkrete Förderprogramme. Die Inhalte wollen wir an dieser Stelle gerne mit Euch teilen, sodass Ihr einen hilfreichen Überblick zu dem Thema bekommt.
Aller Anfang ist schwer und oft weiß man gar nicht, womit man so recht starten soll. Wenn Ihr Euch dazu entscheidet, Euer Business über einen Kredit zu finanzieren, dann solltet Ihr Euch gut für das Finanzierungsgespräch mit einer Bank vorbereiten. Wichtig hierfür ist, dass Ihr Eure Kreditwürdigkeit aufzeigen könnt. Dafür sollte Eure unternehmerische Kompetenz in besonderem Maße nachgewiesen werden – doch wie macht man das am besten? Ein guter Businessplan, in dem Ihr Eure Geschäftsidee präsentiert, ist dabei das Wichtigste. Dazu gehören Informationen zu Euch als Unternehmer:in, Informationen über Euer Produkt bzw. Eure Dienstleistung über die Branche und den Markt sowie über die Wirtschaftlichkeit und Finanzierung. Neben den Informationen zu Eurer Businessidee spielen für die Bank – wie soll es anders sein – Zahlen eine große Rolle. Wir sprechen hier von einem Investitions-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplan.

Kleinen Crashkurs gefällig? Hier findet Ihr wichtige Kennzahlen zu den einzelnen Plänen:
Hier solltet Ihr auflisten, welche Investitionen und Ausgaben geplant sind und wie diese finanziert werden sollen. Notiert Euch dazu bezüglich des Kapitalbedarfs eure Gründungskosten, Anlaufkosten und Investitionen. Hinsichtlich der Finanzierung solltet Ihr eure Zahlen zum Eigenkapital, zur Mezzanine (Mischung aus Eigen- und Fremdkapital), zum Fremdkapital sowie zu Zuschüssen bereit haben.
Hier solltet Ihr aufzeigen, inwiefern Eure Umsätze perspektivisch das Unternehmen tragen können. Notiert Euch hier Informationen einerseits zu Eurer Liquidität. Fragt Euch, ob die Liquidität jederzeit gegeben ist (Einnahmen und/oder Kreditlinien) und ab wann Kapitaldienst und Unternehmerlohn aus den Einnahmen finanziert werden können. Anderseits müsst Ihr einen Blick auf die Rentabilität werfen. Fragt Euch, wann der Break-even erreicht wird und wie nachhaltig die Gewinnzone ist.
Wenn Ihr etwas Unterstützung bei der Erstellung Eures Businessplans gebrauchen könnt, dann sind u.a. das Startcenter NRW und die Gründungswerkstatt NRW hilfreiche Anlaufstellen. Achtet zudem bei der Auswahl Eurer Hausbank darauf, dass sie offen für soziale, ökologische und nachhaltige Themen ist. Mehr Informationen dazu findet Ihr zudem in der Präsentation, die wir für Euch unten in dem Artikel verlinkt haben. Wenn der Businessplan steht, dann solltet ihr den nächsten Schritt in Angriff nehmen und gemeinsam mit eurer Hausbank festlegen, welches Förderprogramm für Euch am geeignetsten ist. Wir stellen Euch das Hausbankverfahren vor sowie zwei verschiedene Förderangebote – zum einen den Universalkredit und zum anderen das MicroCrowd-Förderangebot.
Hausbankenverfahren
Der Businessplan steht und der Termin mit der Hausbank rückt näher. Wie die NRW.BANK mit Eurer Bank zusammenarbeitet, zeigt Euch dieses Video:
Der NRW.BANK Universalkredit richtet sich an alle gewerblichen Unternehmen, einschließlich Sozialunternehmen, Freiberufler:innen und Existenzgründer:innen. Die Darlehen können beispielsweise für Investitionsmaßnahmen oder Anteilserwerbe genutzt werden. Der Investitionsort muss dabei in Nordrhein-Westfalen liegen, in Ausnahmefällen, d.h. bei positivem Effekt auf NRW, auch außerhalb Nordrhein-Westfalens. Die Höhe des Darlehens beträgt maximal 10 Millionen Euro, dabei sind grundsätzlich nur Vorhaben förderfähig, die einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen und deren Gesamtfinanzierung gesichert ist. Wenn Ihr bereits schon mit Finanzierungsquellen wie dem Crowdfunding arbeitet, dann ist das folgende Förderprogramm spannend für Euch.
NRW.MicroCrowd ist in erster Linie ein Angebot, das sich an Existenzgründer:innen und junge Unternehmen richtet. Das Förderangebot versteht sich als Ergänzung zum Crowdfunding. In Kooperation mit der Plattform Startnext unterstützt die NRW Bank erfolgreiche Crowdfinanzierungen, bei denen noch mehr Kapital benötigt wird. Voraussetzung für die Antragsstellung bei der NRW.BANK ist, dass Ihr Euer Projekt bereits bei Startnext eingestellt habt. Wichtig zu wissen ist, dass mindestens 20 Prozent der Gesamtinvestitionssumme dabei aus dem Crowdfunding stammen muss und die von der NRW.BANK bereitgestellte Darlehenshöchstsumme bis zu 50.000 Euro beträgt (max. 80% der Gesamtinvestitionen). Zudem könnt Ihr das Darlehen innerhalb von 10 Jahren in Raten zurückzahlen und Ihr habt einen festen Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Alle Antragsunterlagen, die Ihr für die Finanzierung benötigt, könnt Ihr hier herunterladen und bearbeiten.
Falls Ihr nun Interesse an einem Kredit als Finanzierungsmöglichkeit habt, bei Euch aber noch Fragezeichen im Kopf herumschwirren, dann empfehlen wir Euch die NRW.BANK als Ansprechpartner. Sie berät Euch bei Finanzierungsfragen und teilt mit Euch umfassendere Informationen zu Themen wie Förderkrediten und Eigenkapitalfinanzierung.
Die NRW-Bank. Als Förderbank für Nordrhein-Westfalen ist ihr Geschäftszweck nicht die Erzielung von Gewinnen, sondern die Förderung von Fortschritt und Entwicklung in Nordrhein-Westfalen – hin zu einer ökologisch und sozial nachhaltigen, digital und strukturell modernisierten Wirtschaft und Gesellschaft. Sie unterstützt die Verbesserung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Lebensbedingungen sowie die Digitalisierung in NRW. Daher freuen wir uns besonders, dass das Finanzinstitut zu einen der ersten Fördermitglieder des NRWalley e.V. zählt!
Wie versprochen findet Ihr zudem hier den Link zu der Präsentation der NRW-Bank sowie zu allen relevanten Ansprechpartner:innen.
]]>Die Corona-Pandemie hat sowohl global wie auch lokal eine Vielzahl an Veränderungen mit sich gebracht. Sie betrifft uns als Gesellschaft in einer sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimension. Dies zeigt sich besonders für die Startup-Szene, u.a. durch weniger Aufträge, geringere Produktionen und auch der Außenhandel ist zurückgegangen.

Laut dem Deutschen Startup Monitor haben ca. drei Viertel der Befragten angegeben, dass ihre Unternehmen negativ durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt wurden. Die Zahl zeigt auf, wie immens die Tragweite der Folgen für das Startup-Ökosystem ist und fordert einen kreativen Umgang mit innovativen Lösungen. Digitale Geschäftsmodelle in Bereichen wie dem eCommerce und Online-Plattformen sind davon weniger betroffen als beispielsweise die Tourismus- und Eventbranche. Hier heißt es nun den Fokus auf lösungsorientiertes Handeln zu legen! Dem wird auch intensiv nachgegangen: Knapp 90 Prozent der befragten Startups reagieren mit spezifischen Maßnahmen. Dazu zählen eine Fokussierung auf die Produktentwicklung (56,2%) und das Verschieben von Investitionen (50%), jedoch in den seltensten Fällen ein Personalabbau (11,4%). Die Verunsicherungen und Herausforderungen, mit denen sich die Startups auseinandersetzen, werden besonders durch ausfallende Umsätze, durch fehlende Finanzierungen, durch externe Investoren sowie durch fehlende bzw. verspätete Staatshilfen spürbar.
Um einige dieser Probleme auffangen zu können, bieten wir als Verband für die Startups in NRW verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten an. Wir helfen Startups sowohl durch politisches Lobbying durch unsere Förder- und Netzwerkmitglieder sowie durch weitere Maßnahmen, zu denen Ihr im Folgenden mehr Informationen findet.

Wir unterstützen Euch bei der Beantragung und Navigation der Corona-Hilfen (Corona-Hilfen Navigator) und verbinden in unserer Funktion als Vermittler Netzwerke miteinander. Dabei ist es essenziell, im Gespräch mit der Politik zu bleiben. Konkreter ist bei uns in Nordrhein-Westfalen vor allem Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, ein wichtiger Ansprechpartner. Gemeinsam mit ihm haben wir uns zu den Erfahrungen, Bedarfen und Fördermöglichkeiten von Startups ausgetauscht, was dazu beigetragen hat, dass die Corona-Hilfen unbürokratischer für Startups gewährt wurden. Zudem konnten wir im Austausch mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW eine Verlängerung des Gründerstipendiums erreichen und auch weiterhin wollen wir die Fortsetzung des Gründerstipendiums bzw. Anpassungen wegen der Corona-Pandemie vorantreiben.
Zudem informieren wir Euch über Veranstaltungen wie Startup meets Investor, wo Ihr bei der Suche nach Partner:innen und Inverstor:innen unterstützt werdet. Wir holen dadurch mehr Liquidität nach NRW, wobei wir neben unserem lokalen Netzwerk zusätzlich auf internationale Kontakte zurückgreifen.

Neben dem Austausch mit der Politik möchten wir auch darauf hinweisen, wie Euch die Leistungen unserer Fördermitglieder während der Corona-Pandemie unterstützen können. Sie nehmen dabei zwei Funktionen ein: Zum einen sind sie Unterstützer:innen und zum anderen potenzielle Kund:innen.
Ihr findet beispielsweise bei der WSS Redpoint Rechtsanwaltskanzlei ein Rechtsberatungsangebot, das sich vor allem an Unternehmensgründer:innen richtet. Hier könnt Ihr Euch dazu beraten lassen, welche Rechtsform Ihr am besten auswählt. Ihr erhaltet aber auch bei der Begleitung des Gründungsvorgangs oder bei der Gestaltung von Gesellschaftsverträgen und Satzungen Unterstützung.
Neben der Rechtsberatung kommen immer wieder Fragen rund um das Thema Personal und Versicherung auf. Unser Fördermitglied, die Techniker Krankenkasse, unterstützt Euch dabei beispielsweise durch Vorträge und Workshops zu Personalthemen wie Sozialversicherung, Steuer- und Arbeitsrecht oder auch Cultural Diversity.
Wenn Ihr Euch fragt, wie viel Absicherung ein Unternehmen bei der Gründung braucht und welche Risiken es gilt abzusichern, dann findet Ihr bei der R&V Hilfe. Sie hat die Expertise im Bereich Versicherungen für Gründer:innen und berät Euch bei dem Start in die Selbstständigkeit.

Ein gutes Netzwerk ist auch bei der Suche nach neuen Mitarbeiter:innen oder einer neuen Stelle vorteilhaft. Hierfür stellen wir Euch das Portal Startupjoblist vor, welches während der Corona-Pandemie entstanden ist. Die Suche nach einem neuen Job gestaltet sich nicht immer leicht, vor allem nicht, wenn gerade eine Pandemie herrscht und jede Menge Stellen gestrichen werden. Wenn Ihr auf der Suche nach einer Stelle in der Startup-Szene in NRW seid oder selbst neue Leute für Euer Unternehmen sucht, kann Startupjoblist spannend für Euch werden – egal ob es sich um eine Festanstellung, einen Werkstudentenjob oder um einen Praktikumsplatz handelt.
]]>Höchste Zeit für eine Ehrenrettung: Für die betroffenen Unternehmen war das Vorgehen des Ministerium kein Fehler, sondern bitter nötig. Es heißt schließlich Soforthilfe, weil sie sofort helfen soll. Alleine in den ersten Tagen wurden über 320.000 Anträge auf Unterstützung gestellt und die meisten bereits nach atemberaubend kurzer Zeit bescheidet und ausgezahlt. Wie schnell eine Landesverwaltung reagieren kann, wenn sie denn will, hat positiv überrascht und bleibt eine Benchmark über diese Krise hinaus.
Wie wichtig diese schnelle Reaktion war, zeigt auch die bundesweite Studie des Startupverbandes zur Corona-Krise. Die wichtigste Forderung darin: Kurze Bearbeitungszeiten und schnelle Bescheidung.
Ansonsten zeigt sich die Startup-Szene auch in der Krise so divers wie immer. Über 90 Prozent sehen sich durch die Ereignisse in ihrer Tätigkeit beeinflusst, über 80 Prozent fürchten um ihre Existenz. Wer sich wie stark betroffen fühlt, hängt an Brachen, am Alter, an der Größe und dem Stand der Finanzierung. So merken einige Branchen keine oder sogar positive Effekte – zum Beispiel diverse Lieferdienste – andere Branchen sind beinahe vollständig in ihrer Existenz gefährdet. Unter TravelTech-Startups fürchten 95,7 Prozent um ihre Existenz.
Aufbauend auf den Zahlen des Bundesverbandes haben wir mit NRWalley eine eigene Umfrage gestartet, die konkrete Probleme sichtbar machen soll. Weniger Übersicht, aber mehr Tiefe. Eine große Hilfe dabei: Das vitale Ökosystem, dass diese Bemühung mit eigenen Umfragen und Abfragen ergänzt – wie beispielsweise die Kollegen der Düsseldorfer Initiative StartupDorf.
Die Ergebnisse all dieser Umfragen sind deckungsgleich: Fast alle betroffenen Startups klagen über wegbrechende Aufträge. In einigen Fällen sorgen diese nicht nur für Umsatzeinbußen, sondern teilweise auch für massive Mehrarbeit durch die Bearbeitung der Stornierungen. Im B2B-Bereich werden viele bereits vereinbarte Aufträge verschoben. Der Grund ist oft ein Investitionsstopp auf der Kundenseite. Auch die Zahlungsmoral der Kunden hat abgenommen, was Startups mit ihrer dünnen Kapitaldecke hart treffen kann.
Durch die Absage von Messen, Events und Konferenzen fallen für viele Startups die wichtigsten Sales-Kanäle weg. Vertrieb und Kundenakquise sind wesentlich erschwert. Kunden finden aufgrund eigener wirtschaftlicher Sorgen keine Zeit sich mit innovativen Lösungen zu befassen.
Viele Startups treibt die Sorge um, dass ihre aktuelle Finanzierungsrunde platzen könnte. Insgesamt wird eine starke Risikoaversität von Investoren wahrgenommen. Die Umfrage von StartupDorf zeigt, dass 60 Prozent der befragten Startups ihre nächste VC-Runde als sehr gefährdet ansehen.
Auf viele dieser Dinge hat die Landesregierung mit ihren ersten Maßnahmen bereits versucht zu reagieren. Durch das Soforthilfe-Programm, durch verlängerte Laufzeiten bei staatlichen Programme und durch einen gemeinsam mit der NRW.Bank aufgelegten Matching Fund, der auch bei der Erhöhung bereits bestehender Investments greifen soll.
Aber gleichzeitig kann dies nur ein erster Schritt sein. Trotz der großen Bemühungen, sitzen Betroffene in einigen Bereichen auch weiterhin auf dem Trockenen.
So zum Beispiel Social Startups – deutschlandweit rund 100.000 Unternehmen – die bisher von fast allen Förderungen ausgenommen sind, da ihnen die oft nötige Gewinnorientierung fehlt. Auch hier zeigen Umfragen, wie die von SEND e.V., die Dramatik der Situation: 85 Prozent der Social Startups sehen ihren Bestand gefährdet, ein Drittel bereits in den kommenden Wochen.
Ein besonderes Augenmerk verdient zudem das Umfeld der Startups. Dazu gehören mittelständische Coworkingspaces, Konferenzen, Initiativen und die vielen Einzelkämpfer die Beratungen und Seminare anbieten. Sie sind wichtige Schnittstellen, an denen Mehrwerte entstehen. Diese Oasen dürfen in der Krise nicht versiegen. Hier gilt es im Interesse des gesamten Ökosystems nachzusteuern – nicht nur vom Land, sondern auch von den betroffenen Kommunen.
Der Erhalt des breiten und lebendigen Ökosystems muss in einer zweiten Welle von Maßnahmen nun Priorität haben. Gerade nach der Pandemie braucht es Menschen die gründen – und diese brauchen das richtige Umfeld.
Ein wichtiges Instrument kann dabei die Wiedereinführung der Digitalisierungsgutscheine des Landes sein, die bis letzten Oktober kleinen und mittleren Unternehmen Ausgaben für die Entwicklung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie anteilig mit bis zu 70 Prozent erstattet haben. Bei der Neuauflage gilt es jedoch darauf zu achten, alle bei Startups eingekauften Innovationsleistungen zu fördern und den Startups zugleich die Registrierung für eine solche Maßnahme durch die Verschlankung der Prozesse einfacher zu machen.
Analog zu diesem Instrument wäre ein eigenes Programm zur Förderung von Digitalisierungsangeboten denkbar, die von Coworkingspaces und anderen Ökosystemplayern erbracht werden. So ersetzt man keine wegfallenden Mieteinnahmen, sondern fördert neue und innovative Ideen.
Damit der Matching Fund der NRW.Bank breite Wirksamkeit zeigen kann, sollte er von zu engen Vorgaben entfesselt werden. Die Beschränkung auf Startups die jünger als drei Jahre sind, lässt zu viele Unternehmen außen vor die sich ebenfalls noch in der schwierigen Aufbauphase befinden. Gerade im Hinblick auf die Planungen des Bundes, der die Grenze bei zehn Jahren vorsieht, und die Funds anderer Bundesländer – in Hamburg liegt die Grenze so bei acht Jahren – sollte NRW sein Angebot hier nicht zu sehr verschlanken.
Nicht zuletzt sind auch die Städte und Gemeinden aufgefordert verstärkt als Kunden aufzutreten. Die aktuellen Vergaberichtlinien ermöglichen den Städten mehr freihändige Vergabeverfahren, sowie solche mit beschränkter Ausschreibung. Dieses Instrument muss jetzt genutzt werden.
Bereits zu Beginn der Krise haben wir als NRWalley einen Call der nordrhein-westfälischen Startupszene mit Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart organsiert. Diesen Weg des direkten Kontakts werden wir auch in den kommenden Wochen gehen. Nicht immer laut und öffentlich, aber dafür wirksam.
]]>„Wir haben in Nordrhein-Westfalen verschiedene Maßnahmen ergriffen, um flächendecken Gründungen zu fördern – daran wollen wir auch vor Ort anknüpfen. In NRW gibt es mit 75 Startercentern sowie 5 DWNRW-Hubs flächendeckende Beratungsangebote für Gründerinnen und Gründer. Die Landesregierung hat zusätzlich den mit insgesamt 150 Millionen Euro dotierten Wettbewerb „Exzellenz Start-up Center“ ins Leben gerufen. Die eingesetzte Experten-Jury hat sechs Universitäten zur Förderung empfohlen. Im Zentrum der Tätigkeiten der Exzellenz Start-up Center steht die „Start-up Wertschöpfungskette“ vor der Gründung eines Unternehmens: Sensibilisierung für Unternehmertum, Identifikation von Geschäftspotenzialen, Entwicklung und marktreife Weiterentwicklung von Funktionsmustern und Prototypen, gründungsbezogene Qualifizierung und Unterstützung, Optimierung des Geschäftsplanes für die Gründung und das frühe Wachstum und die bedarfsorientierte Vernetzung mit Partnern aus der Wirtschaft wie z. B. Unternehmen und Unternehmern, Business Angels und Wagniskapital-Fonds oder mit den Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung. Mit dem 150 Millionen Euro Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums haben die ausgewählten Universitäten nun die Chance, sich zu international sichtbaren Leuchttürmen ihrer regionalen Gründer-Ökosysteme zu entwickeln.
Darüber hinaus hat die Landesregierung mit dem Gründerstipendium, welches mit monatlich 1.000 Euro dotiert ist, bereits über 1.500 Gründerinnen und Gründer bei der Umsetzung innovativer Ideen unterstützt. Wir werden auch jeweils vor Ort Gründerinnen und Gründer motivieren, diese Chance zu nutzen.
Vor Ort müssen neue Unternehmen eine Willkommenskultur vorfinden – das gilt gerade auch für Gründerinnen und Gründer und Startup-Initiativen. Gute Ideen und neue Geschäftsmodelle sind für jeden Standort eine Bereicherung. Wie setzen dabei auf unser Leitbild vom unkomplizierten Staat, den Abbau von Bürokratie und Investitionshemmnissen und die großen Chancen der Digitalisierung der Verwaltung.“
„Hochschulen haben eine enorme Bedeutung für das Gründerökosystem einer Region. Sie bilden nicht nur unsere Unternehmerinnen und Unternehmer von Morgen aus, sie sind zugleich Ausgangsort spannender Geschäftsideen mit vollkommen neuen Technologien. Die große Mehrheit der Senkrechtstarter in der Startup-Szene und der Venture Capital finanzierten Unternehmen haben ihren Ursprung in einer Hochschule. Durch die mit 150 Millionen Euro geförderten Exzellenz Start-up Center hat die Landesregierung somit einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Stärkung der Start-up-Szene in NRW gemacht.
Darüber hinaus stellt das NRW.BANK.Venture Center ein gebündeltes Beratungsangebot für technologieorientierte Gründungswillige aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie neu gegründete, innovative Start-ups zur Verfügung.
Wir setzen uns zudem weiter dafür ein, Lebensversicherern, Pensionskassen und Versorgungswerken die Möglichkeit zu geben, vermehrt und einfacher in Start-ups zu investieren. So soll zusätzlich privates Anlagekapital mobilisiert werden.“
„NRW hat die dichteste Hochschullandschaft in Europa. Dies bietet erhebliches Potenzial innovative Ideen nicht nur zu erforschen, sondern auch durch Ausgründungen umzusetzen. Die Steigerung der Ausgründungen an Hochschulen ist daher ein wichtiges Ziel zur nachhaltigen Stärkung der Gründungskultur in NRW. Durch die vom Land geförderten Exzellenz Start-up Center wurde bereits ein wichtiger Schritt für mehr Ausgründungen an Hochschulen ergriffen.
Ein wichtiger Standortvorteil von NRW ist zudem die Mischung aus industrieller Basis und starkem Dienstleistungssektor. Für Startups bieten Kooperationen mit etablieren Unternehmen, etwa im Bereich Industrie 4.0, erhebliche Potenziale. Die Landesregierung fördert daher gezielt die Vernetzung zwischen Startups, etablierten Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungsinstituten, um diese Potenziale weiter auszuschöpfen.
Eine zentrale Stärke Nordrhein-Westfalens liegt zudem in der Vielfalt des Landes. Internationalität, Diversität und ein gesellschaftliches Klima der Offenheit kennzeichnen die verschiedenen Regionen des Landes.“
„Seit dem Regierungswechsel 2017 wurden erhebliche Schritte zur Beschleunigung der Digitalisierung ergriffen. Zunächst wurde das Programm Digitale Modellregionen angestoßen, durch welches in ausgewählten Regionen innovative Ideen u.a. im Bereich Smart City, Open Data und E-Government entwickelt werden. Durch Transferveranstaltungen, in welchen sich Vertreter der Modellregionen mit Vertretern anderer Kommunen austauschen können, gilt es die Verbreitung der erarbeiteten Lösungen in die Fläche zu unterstützen.
Durch die Novelle des E-Government-Gesetzes wird die Landesverwaltung bereits bis 2025 vollständig digitalisiert, statt wie von Rot-Grün geplant erst bis 2031. Ergänzend dazu stellt das Land allen Kommunen kostenlose Portallösungen zur Verfügung, mit deren Hilfe Kommunen E-Government-Lösungen mit geringem Aufwand implementieren können. Bereits umgesetzte Portale sind das Servicekonto.NRW, ein Portal zur Identifikation von Personen für alle E-Government-Dienste, sowie dem Gewerbe-Service-Portal, welche etwa die digitale Gewerbeanmeldung möglich macht.
Grundvoraussetzung ist zudem die Verfügbarkeit von schnellem Internet. Auch dabei macht die Landesregierung Tempo. Und das wollen wir beibehalten!“
„NRW bietet gute Standortbedingungen für Startups, etwa die dichteste Hochschullandschaft Europas, Kooperationsmöglichkeiten mit Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie als bevölkerungsreichstes Bundesland auch einen großen Absatzmarkt. Allerdings sind Anstrengungen in allen Politikbereichen erforderlich, damit diese Standortvorteile noch besser zur Geltung kommen. In der Wirtschaftspolitik gilt es, das Potenzial der nordrhein-westfälischen Unternehmen zu entfesseln, indem unnötige und belastende Vorschriften für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft abgebaut werden. In der Bildungspolitik gilt es, alle Talente unabhängig von der Herkunft zu fördern und damit die Fachkräfte und Gründer von morgen auszubilden. In der Integrationspolitik gilt es, NRW als weltoffenes Einwanderungsland zu positionieren, in dem Integrationsbemühungen wertgeschätzt werden (z.B. durch die Kampagne #IchDuWirNRW).
Darüber hinaus setzen wir uns weiter für ein modernes Einwanderungsrecht auf Bundesebene ein. Wir brauchen endlich ein echtes Einwanderungsgesetz mit Punktesysteme, um beim Wettbewerb um die klügsten Köpfe mithalten zu können.“
Weitere Informationen findet Ihr auf der Website der FDP in Nordrhein-Westfalen.
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